Stationen

EINE FRAGE DES GLAUBENS 27. Mai 2017, 11–14 Uhr & 16–19 Uhr
Du warst eingeladen, dich auf eine Spurensuche zu Spiritualität, Glauben und Religion im Umfeld der Leipziger Eisenbahnstraße – einer multikulturellen Straße in einer der religionsärmsten Gegenden der Welt, zu machen. Auf einem temporären Stadtplan waren 17 Stationen markiert, an denen Menschen Dich dazu einluden, über ihr ganz persönliches Verhältnis zum Glauben und über ihre Spiritualität zu sprechen, zu singen, zu meditieren, zu pilgern. Andere hießen dich willkommen zum Austausch über Ungläubigkeit, Radikalisierung und den spezifischen Kontext in Ostdeutschland vor und nach der Wende. Du konntest selbst entscheidest, wohin Du gehen, wen du besuchsen, wie lange Du bleiben und wieviel Du von Dir selbst einbringen mochtest.

Hier werden alle Stationen vorgestellt, teilweise mit weiterführenden Links. Wenn Du Kontakt mit jemand aufnehmen möchtest, schreib uns eine Mail und wir leiten die Anfrage gerne weiter.

START
Ost-Passage Theater

1908/09 als Markthalle erbaut und von 1912–1962 als Lichtspieltheater „Ost-Passage Theater“ genutzt, diente das Gebäude von 1968 bis 1987 als Gemeindehaus der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ für die mormonische Gemeinde. Seit 2011 engagiert sich die Initiative Ost-Passage Theater für die Wiederbelebung des Hauses als Nachbarschaftstheater. Die Eröffnung erfolgt voraussichtlich im Herbst 2017.
-> ost-passage-theater.de

STATION 1
Annette Pillardy | unterwegs auf der Eisenbahnstraße
Zeit für Entschleunigung! Annette Pillardy lud Dich ein, mit ihr ein Stück die Eisenbahnstraße entlang zu pilgern, denn die Straße ist in ihrer ganzen Länge Teil des ökumenischen Pilgerwegs „Via Regia“ und damit des Jakobsweges. „Ich versuche das Pilgern als Lebenshaltung zu kultivieren“, sagt sie. Du konntest sie an ihrem goldenem Rucksack erkennen.
-> www.oekumenischer-pilgerweg.de

STATION 2
Solveig Prass & Imam Hammad Mansour
„Wo es, wie in Sachsen, wenig praktisches und explizites Wissen zum Glauben gibt, finden radikale Strömungen einen guten Nährboden“, sagt Solveig Prass, Projektleiterin im Beratungs- und Präventionsangebot der Kindervereinigung Leipzig e.V. zu negativen Sekten und Kulten. Durch ihre langjährige Tätigkeit kennt sie die Schattenseiten von Religion und hat dennoch nicht ihren Glauben verloren. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilte sie an diesem Tag mit Dir. Aktuell arbeitet sie auch in der Deradikalisierung. Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Imam Hammad Mansour aus München beantwortete sie Deine Fragen zu radikalen Strömungen im Islam. Vor Ort gab es auch eine kleine Bibliothek, in der Du Dich über verschiedene Religionsgemeinschaften und spirituelle Gruppen informieren konntest.
-> www.kv-leipzig.de

Zu Gast waren beide im Seniorenbüro „Inge & Walter,“ Eisenbahnstr. 66
-> www.seniorenbuero-ost.de

STATION 3
Koreanische Evangelische Gemeinde | Eisenbahnstraße 17 Hinter der roten Fassade des Wohnhauses verbirgt sich nicht nur ein koreanisches Lebensmittelgeschäft, sondern auch eine andere Welt. Bei einer Tasse koreanischem Tee warst Du eingeladen, mehr über das Gemeindeleben, die Beziehung zwischen Süd- und Nordkorea und den Familienmonat Mai zu erfahren. (Foto: Frau Kim und Pastor Kwon)

Gottesdienst ist immer Sonntags um 11 Uhr mit anschließendem Mittagessen im Gemeinschaftsraum. Für nicht koreanische Gäste gibt es in der Regel entweder eine deutsche oder eine englische Simultanübersetzung der Predigt.

STATION 4
Landeskirchliche Gemeinschaft – LKG | Comeniusstraße 30
Was gibt unserem Leben einen Grund? Wozu bin ich hier? Im Café der Herzen lud die Landeskirchliche Gemeinschaft Leipzig, kurz LKG, dazu ein, bei Kaffee und Kuchen über die wichtigen Dinge des Lebens ins Gespräch zu kommen. Hier hast Du die immer die Möglichkeit, deine Gebetsanliegen in einen öffentlichen Briefkasten zu werfen. Worum bitten die Menschen? Wie kommen die Anliegen zu Gott?

Die LKG lädt immer Sonntags um 17 Uhr zum Gottesdienst. Auf der Website kannst du außerdem aktuelle Predigten nachhören.
-> www.lkg-leipzig.de

STATION 5
Bahá‘í Zentrum | Konradstraße 57
„Einheit in der Vielfalt“ – unter diesem Motte lud die Bahá‘í Gemeinde in ihr Zentrum ein. Das Gemeindemitglied Peter Mittelbach nahm Dich dort mit auf eine musikalische Reise zu spirituellen Themen. In vielen Ländern wird die aus dem Iran stammende Glaubensgemeinschaft, die an die Einheit der Menschheit und eine fortschreitende Gottesoffenbarung glaubt, verfolgt. Der Leipziger Gemeinde gehören Menschen aller Kontinente an. Wie gestaltet sich der religiöse Alltag der Bahá‘í ? Warum fasten sie? Und was hat es mit der Zahl 9 auf sich?

Das Bahá‘í Zentrum öffnet fast jeden Montag morgen gegen 9:30 Uhr seine Tür und Du bist herzlich eingeladen, vorbei zu schauen!
-> leipzig.bahai.de

STATION 6
Internationale Frauen | Konradstraße 60 A
Wieso trägt man ein Kopftuch? Muss jede gläubige Muslima ein Kopftuch tragen? Hier konntesr Du es herausfinden. Vor Ort waren zwei Frauen aus dem Irak, die selbst Kopftuch tragen, Dir zeigen, wie man es bindet und natürlich gerne für Gespräche zur Verfügung standen. Unterstützt wurden sie von einer deutschen Kollegin, die selbst kein Kopftuch trägt und trotzdem den muslimischen Glauben lebt.

Der interkulturelle Verein steht Frauen und ihren Familien in Fragen des Alltags zur Seite. Beraten wird in den verschiedensten Sprachen. Wenn nicht direkt vor Ort geholfen werden kann, wird auf zuständige Hilfeeinrichtungen hingewiesen. Der Verein organisiert auch Mitmach-, Begegnungs- und Infoveranstaltungen für Familien verschiedenster Kulturen.
-> if-leipzig.de

STATION 7
St. Trinitatisgemeinde | Begegnungshaus „Die Brücke“, Zollikofer Straße 21
Was haben Glauben, Integration und Marmeladekochen miteinander zu tun? Die deutsch-iranischen Brückenbauer der Sankt Trinitatisgemeinde luden Dich ein, dies heraus zu finden und gemeinsam ein Zeichen der Freundschaft zu knüpfen.

Die Gemeinde gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und hat 2015 die Lukaskirche übernommen. Dort ist am 27. Mai eine Ausstellung der Malerin Elham Zamani (rechts) zu sehen. Der iranische Sänger Ahoora (links) beteiligt sich am dortigen musikalischen Programm. (Station 8)

Wenn Du die deutsch-iranische Gemeinde besser kennenlernen möchtest, bist Du herzlich eingeladen mittwochs ab 15 Uhr in das Begegnungshaus Die Brücke zu kommen.
-> www.die-bruecke-leipzig.de

In der Lukaskirche gleich gegenüber am Volkmarsdorfer Markt findet jeden Sonntag um 9:30 Uhr ein Gottesdienst mit Übersetzung ins Persische statt.
-> www.die-bruecke-leipzig.de/stlukaskirche.php

STATION 8
Christoph Wonneberger (Mitte), Dieter Kalka (rechts) und Thomas Felder (links)
Glaube und politisch-gesellschaftliche Verantwortung sind für Christoph Wonneberger damals wie heute untrennbar miteinander verknüpft. Als Pfarrer der evangelischen Lukasgemeinde öffnete er ab 1985 sein Haus für die Leipziger Oppositionsgruppen. Gemeinsam mit diesen richtete er u. A. im Juli 1989 den „Statt-Kirchentag“ aus. Heute engagiert er sich in der Bewegung „Pulse of Europe“, für die sich auch der Leipziger Schriftsteller und Liedermacher Dieter Kalka einsetzt. Den „schwäbischen Bob Dylan“ Thomas Felder hat Wonneberger im Frühjahr 1989 bei einer Anti-Pershing Blockade in Engstingen kennengelernt. Kalka und Felder, die beide 1989 bei verschiedenen Veranstaltungen in der Lukaskirche spielten, waren auch am 27. Mai wieder seine Gäste.
-> http://thomas-felder.de

Zu Gast waren die drei in der Lukaskirche am Volkmarsdorfer Markt (siehe Station 7)

STATION 9
Michelle Läger
STATION 10
Elias Toumeh
Die religionslose Studentin der Religionswissenschaft Michelle erforscht das Zusammenspiel von Gesellschaft und Religion. Sie ging mit Dir den Fragen nach, welche Rolle Glauben im Leben der Menschen spielt, welche Folgen Säkularität und Pluralismus haben und wie man religiöse Phänomene wie Fundamentalismus erklären kann. Elias, Der Neuankömmling aus Syrien, der sich von seinen christlichen Wurzeln gelöst hat, erzählte Dir von seiner Entscheidung zu einem religionsfreien Leben und sprach mit Dir über die Gefahren, die eine nicht vorhandene Trennung von Religion und Staat mit sich bringt.

Zu Gast waren Michelle und Elias auf der Kleinen Stadtfarm in der Eisenbahnstraße 131A. Diese hat täglich von 9–18 Uhr, im Sommer meist auch länger geöffnet.
-> kleine-stadt-farm.de.tl

STATION 11
Stefka Meyer
Pilgern kann jeder, findet Stefka. Sie war schon viele Male auf dem Jakobsweg in Frankreich und Spanien unterwegs. Einmal ist sie auch von Görlitz nach Bautzen gepilgert. Sie öffnete für Dich ihren gepackten Pilger-Rucksack und erzählte von Dankbarkeit, kleinen Wundern, Rettung aus heiterem Himmel und davon, was stinkende Socken und trockenes Brot mit Spiritualität zu tun haben. Stefka war zu Gast in einer Hausgemeinschaft in der Ludwigstraße.

Mehr über ihre Glücksmomente auf dem Jakobsweg kannst du auch hier nachlesen:
-> http://textnomadin.de

STATION 12
Hasan & Freunde
Woran glaubt eigentlich ein alawitscher Atheist? Hasan, der sich selbst als alawitischen Atheisten bezeichnet, ist in seinem Alltag aufgrund seiner Herkunft häufig mit Unkenntnis oder Ablehnung konfrontiert. Deshalb wollte er dir von der alawitischen Kultur erzählen und gemeinsam mit seinen Freunden zu einem Austausch über die Verstrickungen von Religion, Kultur und Politik einladen. Zu Gast waren Hasan und seine Freunde im Garten einer Hausgemeinschaft in der Mariannenstraße.

STATION 13
Tilmann Löser
„Glaube wird durch Musik hörbar“, sagt der in der evangelischen Gemeinde der Thomaskirche aufgewachsene Musiker Tilmann Löser. Sein Lebensweg führte ihn von der klassischen Musik zur Melancholie und Lebensfreude der jüdischen Klezmer-Musik. Er ist Pianist des Klezmer-Ensembles Rozhinkes, engagiertes Mitglied des Netzwerks „Dritte Generation Ost“ und Mitinititator des Projektes „Klänge der Hoffnung“, einem Netzwerk mit geflüchteten Musikern. Wie das alles miteinander verbunden ist, konntest Du nicht nur im Gespräch mit ihm, sondern auch in seiner Musik erfahren.
-> www.rozhinkes.de

Zu Gast war Tilmann Löser in der Heilig-Kreuz-Kirche am Neustädter Markt. Die Evangelisch-Lutherische Kirche zum Heiligen Kreuz gehört zur Pfarrgemeinde St. Nikolai und so war die Gemeinde bereits stark in das Kirchentagsprogramm eingebunden. In einem ruhigen Moment konnten sich dennoch zufällige Begegnungen ergeben. Die sonntäglichen Gottesdienste beginnen in der Regel um 9.30 Uhr.
-> www.heilig-kreuz-leipzig.de

STATION 14
Beatrice Pöltzig
Durch ihre Reisen durch die Welt konnte Beatrice verschiedene Glaubensrichtungen kennen lernen. Wenn sie sich für eine Religion entscheiden müsste, würde sie wohl den Buddhismus wählen. Glücklicherweise muss sie sich aber nicht entscheiden. Die yogische Perspektive hilft ihr, „Erkenntnis durch sich selbst“ zu erfahren. Dabei spielt der eigene Atem eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit ihr konntest Du eigene Erfahrungen beim Meditieren machen, um darüber ins Gespräch zu kommen. Eventuelle Wartezeiten konnten im Café Neustadt (siehe Station 16) überbrückt werden.

Zu Gast war Beatrice im Pöge-Haus – Seminarraum in der Hedwigstr. 20. Dort finden auch ihre regulären Yoga-Kurse statt.
-> www.punya.de

STATION 15
Poeta Immortalis ist ein Wanderer zwischen den Welten. Als studierter Archäologe findet er sowohl wissenschaftliche als auch spirituelle Zugänge zu Kemetismus und Core-Schamanismus. Was das bedeutet? Wenn er nicht gerade schamanische Musik mit der Maultrommel oder kemetische Ritualmusik mit dem Sistrum machte, freute er sich auf all Deine Fragen. Poeta Immortalis empfing Einzelpersonen und Gruppen bis zu 4 Personen. Eventuelle Wartezeiten konnten im Café Neustadt (siehe Station 16) überbrückt werden. Dort waren auch Bilder und Objekte von ihm ausgestellt.
-> nebel-all-raunen.blogspot.de
-> poetaimmortalis.deviantart.com
-> www.facebook.com/KemetismusDeutschland

Zu Gast war Poeta Immortalis im Garten des Pöge-Haus e.V.
-> verein.pöge-haus.de

STATION 16
Hör-Bar | Café Neustadt, Hedwigstraße 20
Wie klingt es, wenn die koreanische evangelische Gemeinde singt? Wie beten die Muslime in der Eyyüp Sultan Moschee? Was wurde beim Statt-Kirchentag 1989 in der Lukaskirche besprochen? In der Hör-Bar konntest Du Klängen, historische Originalaufnahmen und Interviews lauschen. Wir hatten außerdem die Gastgeber nach einem Lied gefragt, das für sie eine Bedeutung hinsichtlich ihrer eigenen Spiritualtität oder ihrem persönlichen Verhältnis zum Glauben hat. Hier konntest Du auch die Playlist hören, die so vielfältig war, wie die Menschen, denen Du begegnen konntest. Welches Lied gehört wohl zu wem?
-> Café Neustadt bei Facebook

STATION 17
Führung Eyyüp Sultan Moschee |  Hermann-Liebmann-Straße 80
Am Vorabend hatte der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, angefangen. Am Abend des 27. Mai wollten bei Sonnenuntergang 300 Menschen hier in der Moschee das Fastenbrechen feiern. Deshalb waren die Vorbereitungen in vollem Gange. Dennoch luden der Imam Yücel Tatli und sein Übersetzer Ugur Akan zu einer Moscheeführung ein, bei der auch Fragen beantwortet wurden.

Die Eyyüp Sultan Moschee untersteht dem Dachverband der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB)
-> www.ditib-leipzig.com